Die Fußball-Profis von morgen

Dennis Hintermaier spielt gerne Fußball und  trainiert die U10, also die neun- bis zehnjährigen Nachwuchs-Kicker beim Nürnberger Fußballverein 1. FC Nürnberg. Im Interview mit nanu-Redakteurin Kathrin Walther verrät er, wie man in so eine Mannschaft kommt. 

 

 

 

 

 

 

Wie wählen Sie Ihre Spieler aus?
Wir haben Partnervereine in Mögeldorf, Lauf, Wendelstein, Erlangen Bruck, aber auch in Bamberg, Schweinfurt, Würzburg und Bayreuth. Dort fahren wir hin und schauen uns die Kinder an. Wenn es ein Junge nicht gleich zu uns schafft, dann können wir ihn zu den Partnervereinen vermitteln. Vielleicht klappt es dann in ein oder zwei Jahren.

Nach welchen Gesichtspunkten wählen Sie die Kinder aus?
Das ist schwer zu beantworten. Ich glaube, man braucht gerade im Jugendbereich Fantasie für einen Spieler. Damit meine ich: Wir laden den Jungen ein; er hatte davor aber meistens nicht die gleichen Trainingsvoraussetzungen wie wir hier beim Club. Das heißt, die Spieler hier sind fitter, geübter mit dem Ball, haben eine bessere Kondition. Das ganze Spiel ist schneller. Deshalb fällt dem neuen Spieler das Probetraining schwer. Er ist nervös, er will alles richtig machen. Und jetzt kommt die Fantasie: Ich stelle mir vor, wie es aussehen könnte, wenn dieser Spieler ein halbes Jahr dabei ist.

Wie hoch ist die Verletzungsgefahr bei Kindern?
Ich habe relativ wenig Verletzungen in meinem Team. Das liegt aber auch daran, dass wir die Belastungen maßvoll einsetzen. Wenn wir zum Beispiel hoffentlich bald wieder auf den Platz gehen, werden wir nicht gleich volle Pulle trainieren, sondern uns langsam steigern. Um die Kinder nicht zu überfordern.

Wie beurteilen Sie die Kinder?
Wir haben mindestens zweimal im Jahr ein großes Gespräch mit Kind und Eltern. Wir und die Spieler haben einen Fragebogen und bewerten nach Schulnoten – das Kind sich selbst auch. Dann vergeben wir anhand der Spielleistung Farben, die wie eine Ampel aufgebaut sind. Grün ist gut, gelb steht auf der Kippe, rot heißt: Das Kind würde es nicht schaffen. Wer rot ist, hat aber auch die Chance, wieder grün zu werden – und andersrum.

Wie früh können Sie große Fußballtalente erkennen?
Man kann auf jeden Fall erkennen, ob jemand das gewisse Extra mitbringt: Spielübersicht oder einfach das Gefühl, in gewissen Situationen die richtige Entscheidung zu treffen. Das ist eine Eigenschaft, die kann man schwerer trainieren.

Können Jungs besser Fußball spielen als Mädchen?
Besser würde ich nicht sagen. Gerade wenn sie jünger sind, merkt man den Unterschied nicht. Später hat der Mann einfach körperlich andere Voraussetzungen: Er ist schneller, hat mehr Muskeln. Technisch schaut das anders aus. Wenn man im Profibereich schaut, sind Frauen auf einem sehr, sehr guten Niveau.