Wenn Eltern plötzlich schrumpfen

Filme werden oft an ganz besonderen Orten gedreht. Manchmal aber auch direkt vor unse­rer Haustür. In Stein, an der Stadtgren­ze zu Nürnberg, wurde gerade für den Kinderfilm „Hilfe, ich hab meine Eltern geschrumpft“ gedreht. Wir haben die jungen Schauspieler am Filmset besucht und interviewt.

 

Jetzt mal alle aufstellen! Fürs Gruppenfoto haben sich die Kinder-Darsteller mit ihren erwachsenen Schauspiel-Kollegen ver­sammelt: In der Reihe hinten stehen (von links) Anja Kling, Oskar Keymer, Lina Hüesker, Julia Hartmann, Axel Stein und Andrea Sawatzki. Unten hocken Eloi Christ, Georg Sulzer und Maximilian Ehrenreich. Foto: André De Geare

Jetzt mal alle aufstellen! Fürs Gruppenfoto haben sich die Kinder-Darsteller mit ihren erwachsenen Schauspiel-Kollegen ver­sammelt: In der Reihe hinten stehen (von links) Anja Kling, Oskar Keymer, Lina Hüesker, Julia Hartmann, Axel Stein und Andrea Sawatzki. Unten hocken Eloi Christ, Georg Sulzer und Maximilian Ehrenreich. Foto: André De Geare

 

Im Film werden die Eltern von Hauptfigur Felix geschrumpft, so dass sie plötzlich in jede Jackentasche passen. Wie funktioniert denn das mit dem Schrumpfen?

Oskar Keymer, 13 (spielt Felix): Alle Szenen mit den Geschrumpften werden zweimal gedreht. Einmal mit uns normal großen Schauspielern in der normalen Kulisse. Und einmal mit denen, die später geschrumpft sind, in einem speziellen Studio. Dort wird mit einer besonderen Kamera gedreht. Am Ende werden beide Teile am Computer zusammengeschnitten und schon sehen die Eltern viel
klei­ner aus.

 

Wie fühlt es sich an, auf einmal grö­ßer als die Erwachsenen zu sein?

Eloi Christ, 14 (spielt Felix’ Klassen­kameraden Robert): Also, ich fühle mich dadurch schon ein bisschen als Boss, mächtig eben.
Oskar: Mein Charakter Felix fühlt sich nicht mächtig, er trägt eher eine Menge Verantwortung und muss sich auf einmal um viele Dinge kümmern, die vorher seine Eltern gemacht haben, zum Beispiel Essen kochen und Wäsche waschen. Am Anfang fin­det er das noch cool, aber dann fängt es schnell an zu nerven.

 

Während ihr den Film dreht, seid ihr von der Schule freigestellt. Wie fühlt sich das Schauspielern für euch an: eher wie Freizeit oder wie Arbeit?

Lina Hüesker, 13 (spielt Felix’ Freundin Ella): Es ist auf jeden Fall viel besser als Schule und fühlt sich mehr wie Freizeit an. Wir dürfen hier viel erleben, was andere nicht erleben können. Aber anstrengend ist es natür­lich auch, vor allem wenn man eine Szene zehnmal wiederholen muss.
Georg Sulzer, 15 (spielt Klassenka­meraden Mario): Das stimmt, Drehen ist schon eher Freizeit. Aber die Schul­zeit, die wir verpassen, müssen wir trotzdem nachholen und alle Arbeiten nachschreiben.
Oskar: Also, ich finde schon eher, dass das Schauspielern ein Job ist. Wir gehen ja hier eine Verpflichtung ein, müssen präsent sein und unsere beste Leistung abliefern.

 

Wie ist es, jemanden zu spielen, der ganz anders ist als man selbst? Wie schafft ihr es, euch auf eure Rollen ein­zustellen?

Lina: Dabei hilft uns vor allem Bri­gitte Simons, unser Kinder-Coach. Mit ihr gehen wir unseren Text durch und besprechen, wie wir was sagen und was wir beim Sprechen machen, damit wir unsere Rolle gut spielen können.
Georg: Mein Charakter Mario zum Beispiel ist nicht nur ein Mitschüler von Felix, sondern auch der Sohn vom Schulrat. Er ist total stolz darauf, dass seine Eltern viel Geld haben, und so kleidet er sich auch. Ich würde nie so rumlaufen. Aber das ist ja das Inter­essante am Schauspielern: Es ist sehr cool, sich in jemanden reinzuverset­zen, der so anders ist als man selbst.

 

 

Text: MARIA SEGAT