Funino: Fußball mal anders

Tooor! Tooor! Tooooor! Das Schönste am Fußballspielen ist das Toreschießen. Nur passiert das im Spiel so selten. Nicht so bei Funiño: Bei dieser Art von Fußball spielt man auf gleich vier Tore. Wir haben ein Training besucht.

 

Bei Funiño geht es rasant zu: Die drei Mädchen in Blau müssen gleich zwei Tore verteidigen, damit Team Rot nicht treffen kann.
Foto: Michael Matejka

 

Die Turnhalle der Grundschule Reutersbrunnenstraße in Nürnberg ist nicht groß. Und trotzdem bietet sie Platz für zwei Fußballfelder. Oder besser gesagt: zwei Funiño-Felder. Im hinteren Teil spielen die Mädchen, die roten gegen die blauen Leibchen. Vorne kicken die Jungs, grün gegen gelb. Seit sieben Minuten wird gespielt. Wie steht’s? „10:9 für rot“, sagt Klara. „Oder 10:8? Ich weiß es gar nicht so genau.“

 

Ja, das kann bei Funiño passieren, dass man den Überblick verliert. Denn es geht rasend schnell. Gespielt wird in Teams von drei gegen drei auf vier Tore. Das heißt, jedes Team hat zwei Tore zu verteidigen – aber eben auch zwei gegnerische Tore zum Reintreffen. Es gibt keinen Torwart, niemand darf den Ball in die Hand nehmen. Die Tore sind klein, gehen den Drittklässlern bis zur Hüfte. Und: Es fallen viele Tore. Deshalb muss man als Spieler immer gut aufpassen. Im Match der Mädchen gibt es schon nach drei Sekunden den ersten Treffer. Viel Zeit zum Jubeln bleibt nicht, es geht direkt weiter.

 

Bei Funiños hat jede Mannschaft zwei Tor.
Grafik:Bronislav Hava

 

Später schießt Ella ein Tor für die blaue Mannschaft. Klara und Melissa von Team Rot diskutieren, wer da nicht richtig aufgepasst hat. Doch das Spiel geht schon weiter, und ihre Mitspielerin Alara kann allein nicht zwei Tore verteidigen. Zack, landet Team Blau einen weiteren Treffer.

 

 

„Das macht genau den Reiz an Funiño aus“, sagt Lukas Fuchs. „Jedes Kind ist oft dran, es gibt viele Ballkontakte und jeder wird mal Torschütze.“ Lukas leitet das Funiño-Training an der Reutersbrunnen-Schule. Er arbeitet für den 1. FC Nürnberg und trainiert dort die U10-Mannschaft, also alle Spieler, die maximal zehn Jahre alt sind. Außerdem leitet Lukas den „1. FC Niño“. So nennt sich das Projekt, mit dem der Glubb das Funiño-Spiel an Nürnberger Grundschulen bringt. An der Reutersbrunnen-Schule ist Lukas für etwa drei Wochen. Erst bringt er den Lehrern die Sportart bei, dann macht er mit jeder Klasse eine Doppelstunde Funiño-Training.

 

Gerade feuert Lukas die Jungs an. „Los Bruno, das linke Tor ist frei!“ Oder: „Kareem, du hast viel gekämpft, mach eine Pause. Can, du gehst rein.“ Denn bei Funiño hat jedes Team einen vierten Spieler auf der Bank sitzen. Es wird oft und schnell durchgewechselt, ohne Spielunterbrechung. „Funiño ist so anstrengend, dass die Pausen zwischendurch echt cool sind“, weiß Trainer Lukas.
Und was sagen die Kinder aus der Klasse 3c zu diesem neuen Fußballspiel? „Es macht echt Spaß, vor allem weil es pro Team zwei Tore gibt“, sind sich Can, Jasper und Ella einig. „Das schwierigste bei Funiño ist die Abwehr“, ergänzt Kareem. „Du musst ja immer auf zwei Tore gleichzeitig aufpassen.“ Eigentlich sei Funiño besser als der normale Fußball, findet Can. Und schlägt dann vor, mal mit zwei Bällen gleichzeitig zu spielen. Damit es noch rasanter wird.

 

Text: ANNIKA PEIßKER