Warum ist meine Oma so komisch?

Wir erklären dir, was die Krankheit Demenz ist

Wer an Demenz erkrankt ist, vergisst manchmal auch, den Herd auszuschalten. Manche Menschen schreiben sich Erinnerungen auf Zettel. Foto: dpa

Wer an Demenz erkrankt ist, vergisst manchmal auch, den Herd auszuschalten. Manche Menschen schreiben sich Erinnerungen auf Zettel. Foto: dpa

Du hast sicher schon mal deine Hausaufgaben vergessen. Das passiert und ist auch nicht schlimm. Zu einem Problem wird das erst, wenn Menschen krankhaft ständig Dinge vergessen. Das nennt man Demenz. Unsere Kinderreporter Sophia (9) und Noemie (10) aus Schwabach haben bei der Kinder-Uni mit dem Titel „Demenz im Alter. Oder: Warum sind Oma oder Opa so komisch?“ für dich mitgeschrieben.

 

Viele Menschen vergessen etwas, aber Leute mit Demenz vergessen auch die wichtigsten Sachen. Demenz ist griechisch und bedeutet „weg vom Geist“. Die Krankheit kommt übrigens selten vor. Nur fünf Prozent aller Menschen sind erkrankt. Wenn man 100 Leute nimmt, haben nur fünf davon Demenz, 95 sind gesund.

 

Bei der Kinder-Uni an der Johannes-Helm-Schule in Schwabach hat uns die Professorin Christine Brendebach von der Evangelischen Hochschule Nürnberg Fotos von einem gesunden und einem kranken Gehirn gezeigt. Beim gesunden sieht man ganz viel „graue Substanz“: Masse, mit der man denken kann. Bei einem kranken gibt es viele Risse und schwarze Löcher. Jeder Mensch hat Erinnerungen – aber dort, wo Risse sind, ist die Erinnerung dann plötzlich weg.

 

Die Kinderreporter Noemie und Sophia. Foto: Fischer

Die Kinderreporter Noemie und Sophia. Foto: Fischer

Wenn man Demenz hat, baut sich das Gehirn langsam ab, man vergisst dann zum Beispiel, wie jemand oder etwas heißt. Oft sind deswegen die Kontakte zu anderen Menschen gestört. Es kann passieren, dass die Oma nicht mehr weiß, wer ihr Enkelkind ist. Das nennt man auch Agnosie. Manche alte Menschen sagen zum Beispiel zu einem Stofftier „Dings“, weil ihnen das Wort nicht mehr einfällt.

 

Oft können Menschen dann auch nicht mehr richtig sprechen, das nennt man Aphasie. Sie vergessen einfach bestimmte Buchstaben. „Manche Menschen mit Demenz stellen ihre Schuhe in den Kühlschrank oder kämmen sich die Haare mit einer Zahnbürste“, sagt Frau Brendebach. Einige Leute grillen ihr Fleisch auch auf dem Bügeleisen. Solche Störungen nennt man Apraxie. „Es gab auch einmal eine Frau, die sich den Puppenwagen ihrer Enkelkinder genommen hat, weil sie dachte, sie wäre selbst ein Kind“, erzählt Frau Brendebach.

 

Das, was sich Leute mit Demenz ganz lange merken können, sind zum Beispiel Musik oder eine bestimmte Melodie. Viele demente Menschen schreiben sich Zettel, auf denen sie Erinnerungen notieren. Zum Beispiel: „Herd ausschalten!“ oder „Hund füttern!“. Manchmal vergessen sie aber auch das.

Geheilt werden kann die Krankheit übrigens nicht. Man kann den Menschen aber helfen, indem man immer nett zu ihnen ist. Außerdem sollte man sie nicht ständig verbessern und sie ablenken. Man kann zum Beispiel sagen, dass der Hund noch im Gebüsch ist und gleich wiederkommt, wenn eine Frau ihn sucht – obwohl er schon lange tot ist. Vielleicht erzählt man ihr dann noch etwas Schönes.