Was wuselt da im Meer?

Sand herstellen, die Augen verdrehen, den Darm auswerfen: Unter Wasser leben Tiere mit irren Eigenschaften. Deshalb tauchen wir ab, um uns spannende und kuriose Tiere anzusehen, die unter Wasser wohnen. Dich erwarten hier die gruseligsten, pfiffigsten und lustigsten Meerestiere!

 

Ein Humuhumunukunukuapua’a Foto: Fotolia

 

Coole Namen

1. Humuhumunukunukuapua’a: Ja, dieses Wort muss man ein paar Mal üben, um es fehlerfrei aussprechen zukönnen. Also nochmal langsam: Humu-humunuku-nuku-apua-a. Das ist der hawaiianische Name eines bunten tropischen Fisches, er bedeutet wörtlich übersetzt „Drückerfisch mit der Schnauze eines Schweins“. Im Deutschen ist sein Name künstlerischer: Diamant-Picassodrückerfisch.

 

2. Weihnachtsbaumwürmer: Im warmen Meerwasser der Karibik ist das ganze Jahr über Weihnachten. Denn hier wohnt der bunte Spiralwurm, der wegen seiner farbenprächtigen Tentakel auch  Weihnachtsbaumwurm genannt wird. Das Tier sucht sich eine Ritze zwischen Korallen, baut sich dort eine Röhre und kommt sein ganzes Leben nicht mehr heraus. Den Wurm gibt es in Pink, Gelb, Orange und Blau. In Tannengrün allerdings wurde noch keiner gesichtet.

 

3. Wobbegong: Was wabbelig klingt, bezeichnet in Wahrheit Haie – und zwar die Familie der  Teppichhaie. Sie sind abgeflacht und gemustert und können sich somit gut zwischen Sand und Steinen verstecken, um dort ihrer Beute aufzulauern. Zu ihrer Gattung gehören Unterarten mit so schönen Namen wie Fransen-Teppichhai oder Blumenornament-Teppichhai.

 

Irre Fähigkeiten

1. Mimik-Oktopus: Der Name verrät es: Dieser Tintenfisch ist der größte Schauspieler im Tierreich, denn er kann blitzschnell Form und Farbe ändern. So ahmt er zum Beispiel einen Feuerfisch, eine Seeschlange oder einen Stechrochen nach. Weil er so gut darin ist, sich zu verstellen, wurde er erst 2001 entdeckt.

 

Ein Pistolenkrebs. Foto: dpa

2. Pistolenkrebs: Gerade einmal fünf Zentimeter ist dieses Tierchen groß – und kann trotzdem den lautesten Knall des Meeres abgeben. Mit einer speziellen Schere am Vorderbein erzeugt der Krebs eine mit Dampf gefüllte Luftblase und feuert sie auf sein Opfer. Platzt die Blase, knallt es lauter, als wenn ein
Düsenjet an Land startet. Dank des Dampfes steigt die Wassertemperatur an der Stelle auf mehr als 4700 Grad Celsius. Da entkommt keine Beute mehr!

 

3. Papageifisch: Diesem Fisch, der in tropischen Gewässern lebt, verdanken wir so manchen weichen Strand. Denn Papageifische können Sand herstellen! Dafür nagen sie an Korallen, schlucken kleine Stückchen herunter, verdauen das, was brauchbar ist, und scheiden den Rest als Sand wieder aus. Forscher glauben, dass ein Papageifisch im Jahr durchaus mehrere hundert Kilo Sand produzieren kann.

 

Beste Tarnung und Verteidigung

1. Seegurke: Sie sehen aus wie pralle Würste mit Stacheln und liegen meist träge und regungslos am Meeresgrund. Wird die Seegurke angegriffen, hat sie neben ihren Stacheln noch eine zweite Waffe: Sie beschießt ihre Feinde schon mal mit ihrem Darm! Diesen kann sie einfach aus dem Körper  hinausschleudern. Der Angreifer wird dann entweder durch ein klebriges Sekret bewegungsunfähig oder durch Gift betäubt. Der Seegurke allerdings wachsen ihre Eingeweide in ein paar Wochen nach.

 

Ein Fetzenfisch. Foto: dpa

2. Fetzenfisch: Die mit den Seepferdchen verwandten Fische, die in australischen Gewässern leben, können sich im Schilf perfekt tarnen. An ihrem ganzen Körper haben sie Auswüchse, die wie Äste mit Blättern dran aussehen. Somit kann man sie kaum von Pflanzen unterscheiden. Ein genialer Trick der Natur!

 

3. Seewespe: Sie gilt als giftigstes Meerestier der Welt – oder zumindest als giftigste Qualle. Denn Seewespen gehören zu den Würfelquallen. An ihren fast durchsichtigen Schirmen hängen bis zu 60 Tentakel. Auf denen sitzen sogenannte Nesselzellen, die voller Gift stecken. Kommt ein Mensch damit in
Berührung, schadet das der Atmung und führt zu Lähmungen. Im schlimmsten Fall kann man innerhalb weniger Minuten sterben. Deshalb wird die Seewespe auch „mordende Hand“ genannt.

 

Gruselige Tiefsee-Tiere

1. Gespensterfisch: Er wird auch Hochgucker genannt – und das aus gutem Grund. Der Kopf des Gespensterfisches ist durchsichtig, und er kann seine Augen so kreisen lassen, dass er nach oben schauen kann. So findet er leichter Beute. Beim Jagen und Fressen guckt er aber nach vorn.

 

Ein Blobfisch. Foto: gnu – www.aquaportail.com

2. Blobfisch: Beim Anblick dieses Tiefsee-Fisches kann einem wirklich anders werden: Der Blobfisch sieht aus, als sei sein Körper aus einer Art Gelee. Er hat eine große Nase und winzige, glasige Augen. In dem wabbeligen Körper stecken kaum Muskeln. Deshalb verharrt der Blobfisch halb vergraben am Meeresboden, bis Beute vorbeischwimmt. 2013 wurde der Blobfisch sogar zum hässlichsten Tier der Welt gewählt.

 

3. Viperfisch und Fangzahn: Diese beiden Fischarten haben furchterregende Gebisse. Der Viperfisch hat gleich drei Zahnreihen; aus dem Unterkiefer wachsen unterschiedlich große Zähne, die sogar über das
geschlossene Maul hinausragen.Um seine Beute zu fangen, kann er sein Maul sehr weit aufreißen. Er wirft dazu seinen Schädel in den Nacken und kann sogar seinen Kiefer aushängen! Auch der Fangzahn hat so lange Zähne, dass er den Mund gar nicht mehr zubekommt.

Text: ANNIKA PEIßKER