Wie funktioniert eine Seilbahn?

Unsere Kinderreporterin hat im Bayerischen Wald nachgefragt

Hast du Lust auf einen coolen Ausflug? Dann fahr mit deiner Familie in den Bayerischen Wald nach Bodenmais. Dort kann man nicht nur wandern, sondern am Silberberg auch mit der Seilbahn und Sommerrodelbahn fahren und vieles mehr erleben. Unsere Kinderreporte­rin Antonia (10) hat mit unserer Prakti­kantin Aileen alles ausprobiert und sich angeschaut, wie eine Seilbahn überhaupt funktioniert.

 

Silberbergbahn in Bodenmais. Der Blick nach unten von der Mittelstation. Foto: Aileen Gonda

Silberbergbahn in Bodenmais. Der Blick nach unten von der Mittelstation. Foto: Aileen Gonda

 

Unsere Füße stellen wir auf die rote Markierung. Der Sessel kommt von hinten und wir setzen uns schnell hin. Dann geht die Fahrt auf eine Höhe von 955 Metern ruckartig los. Unter uns die Sommerrodelbahn, viele Hei­delbeersträucher, Wald und einige Wanderer. An der Mittelstation könn­ten wir aussteigen, machen wir aber nicht. Wir wollen ganz hoch, zum Gip­fel – mit der Seilbahn.
An dem Seil fahren die Sessel von der Talstation bis zum Gipfel. Das Seil hängt an Stützen. Bis zum Gipfel gibt es elf davon, wir haben sie auf der Fahrt nach oben gezählt. Das Seil läuft über Räder an den Stützen, die das Seil festhalten. Es muss immer in der Spur gehalten werden und darf bei Wind nicht zu sehr wackeln.

 

Signal warnt

Sollte das Seil doch mal aus den Rädern springen, bricht ein Stab, der sogenannte Bruchstab. Dadurch stoppt die Bahn sofort – und es wird ein Signal an die Talstation gesendet, so dass die Mitarbeiter alarmiert sind.
Angetrieben wird das Seil von ei­nem Motor mit kompliziertem Namen: Drehstromnebenschlussmo­tor. Dieser ist in der Talstati­on installiert und treibt die Keilrie­men (schwarze, dicke Gummibänder) an. Die sind dafür zuständig, eine große Scheibe zu drehen die es an jedem Ende der Seilbahn gibt, und um die die Sessel herumlaufen, um wieder bergab beziehungsweise bergauf fahren zu können.

 

Schwer wie ein Wal

„Die Geschwindigkeit kann man an jeder Station steuern. Wenn ältere oder behinderte Menschen kommen, können wir die Seilbahn anhalten“, erzählt uns Betriebsleiter Michael Hagengruber, der schon seit 2004 am Silberberg arbeitet. Die Bahn kann also mit verschiedenen Geschwindig­keiten fahren. Wie schnell, sieht man auf einer Anzeige. Wir wollen natürlich wissen: „Wie schnell läuft die Seilbahn gerade?“ „Im Sommer sind es meist 1,5 Meter pro Sekunde. Das sind 5,4 Kilometer in der Stunde, also ungefähr so schnell wie man läuft“, erklärt Hagengruber.

 

Scheibe, an der die Sessel der Silberbergbahn herum laufen, um wieder bergab oder bergauf fahren zu können. Foto: Aileen Gonda

Scheibe, an der die Sessel der Silberbergbahn herum laufen, um wieder bergab oder bergauf fahren zu können. Foto: Aileen Gonda

 

Das Seil muss immer straff sein und darf nie durchhängen. Dafür sorgt ein sehr schweres Gewicht von 13 Tonnen in der Talstation. 13 Tonnen, so viel wiegt ungefähr ein ausgewachsener Pottwal. Je nach Jahreszeit ist das Seil übrigens unterschiedlich lang: Im Winter, wenn es kalt ist, zieht sich das verzinkte Stahlseil zusammen und im Sommer auseinander. Durch das Gewicht wird dieser Effekt ausgegli­chen.

 

„2003 hat die Silberbergbahn ein neues Seil bekommen“, weiß Hagen­gruber. Nur ein Jahr später wurde es gekürzt, da es durch die Beanspru­chung zu lang geworden war. Einmal monatlich gibt es eine Seilkontrolle, und alle vier Jahre wird das Seil beson­ders genau geprüft – damit die Fahr­gäste immer sicher den Berg hinauf­und hinabkommen.

 

Text: ANTONIA LEHNER und AILEEN GONDA